Die Geschichte des Superstars

Der Weg vom Sportschuh zur Mode-Ikone


Die 1970er

Anfänglich noch als reiner Sportschuh gedacht, wurde der Adidas Superstar 1969 als Nachfolger des Adidas Supergrip an Basketballspieler ausgegeben. 1970 wurde er dann der Öffentlichkeit vorgestellt. Anfänglich nur für die besten College- und Profi-Spieler erhältlich, war der Superstar Mitte der 1970er Jahre aus der NBA nicht mehr wegzudenken. Die Mehrzahl der Profis trugen ihn am Fuß, darunter Kareem Abdul-Jabbar, George Irvine, Rick Berry und viele viele andere.
Auf dem europäischen Kontinent, genauer gesagt in Deutschland, wurde der Superstar erst 1972 eingeführt. Bis Anfang der 90er wurde er in Frankreich hergestellt. Die seltenen „Made in France“ Modelle sind heutzutage bei Sammlern sehr beliebt, da diese noch nicht als Massenprodukt hergestellt wurden.

Die 1980er

Vermutlich schon 1974/75 erschien für den amerikanischen Markt ein modifizierter Superstar – der Superstar 80s. Dieser war in der HipHop- und B-Boy-Szene extrem beliebt. Wahrscheinlich erhielt er auch in dieser Zeit den Spitznamen „Shell Toe“. Als Run DMC 1986 den Superstar mit dem Song „My Adidas“ besungen, war der Siegeszug nicht mehr aufzuhalten. Nun wurde der Superstar nicht mehr nur an den Füßen von HipHop-Fans und Breakdancern gesehen. Auch aus der kalifornischen Skater- und Streetwear-Szene war der Superstar nun nicht mehr wegzudenken. Der Shell Toe hatte sich in den USA etabliert.
1987 brachte Adidas eine Run DMC Kollektion auf dem Markt. Das war die Geburtsstunde des Ultrastars – einem modifizierten Superstars mit elastischem Riemen im Schuh, welcher das Tragen ohne Schnürsenkel erleichterte.
Der Kult schwappte Anfang der 80er Jahre auch nach Japan über. Es bildete sich eine Fangemeinde, welche ein großes Maß an Zeit und Geld aufwendeten um Ihrer Sammelleidenschaft von Superstars nachzugehen. Selbst für gebrauchte Superstars wurde viel Geld hingelegt.
Ende der 80er Jahre kam die Leidenschaft auch auf dem europäischen Kontinent in Großbritannien an. Die Trendsetter The Duffer of St. George verkauften nun in London den mittlerweile legendären Superstar.

Die 1990er

Der Superstar 2 erblickte Anfang der 1990er Jahre das Licht der Welt. Mit der zusätzlichen Polsterung verbreitete sich der Superstar wie ein Lauffeuer, welches immer wieder durch die Präsenz in der Musikszene und bei Trendsettern neu entfacht wurde. Der Superstar war in fast jedem Schaufenster der Fashion Stores der Großstädte zu sehen. Der Lifestylemarkt war nun endgültig erobert. Der Superstar war eine Mode-Ikone geworden.
Mitte der 1990er promotete Adidas mit Skater-Profis wie Kareem Campbell, Keith Hufnagel und Carlos Kenner den Superstar. Immer neuere Varianten des Superstars schossen wie Pilze aus dem Boden. Dank neuer Farbkombinationen und neuer Materialien, wie Wildleder oder Lackleder, wurde es der Fangemeinde nicht langweilig.
Mit vielen verspielten Details wie glänzenden Ösen oder Schnürsenkelschmuck rückte die Jahrtausendwende näher. Der Superstar wurde immer individueller. Der Kreativität waren fast keine Grenzen gesetzt.

Die 2000er

Anfang der 2000er war es nicht weniger wild. 2001 wurde die Sparte Adidas Originals offiziell eingeführt, um sich besser vom Adidas Performance Bereich abgrenzen zu können. In Berlin wurde der erst Adidas Originals Flagshipstore eröffnet. Dies wurde mit einem limitieren Adidas Superstar Crystal gefeiert.
2002 verstarb die Run DMC Legende Jam Master Jay. Adidas würdigte ihm mit dem JMJ Ultrastar. Die Erlöse aus den Verkäufen gingen an die Jam Master Jay Foundation.
Die erste Superstar Kollaboration kam 2003 auf dem Markt. Nigos Label A Bathing Ape entwarf zusammen mit Adidas 4 Superstars, welche Super Ape Star hießen. Die Kollaboration enthielt einen Superstar mit beigefarbenem Wildleder, einen mit Camouflage-Aufdruck und einen mit weißem Leder – diese Colourways waren auf je 500 Paar limitiert. Das Highlight dieser Kollaboration war jedoch der Super Ape Star Staff – ein schwarzer Superstar, von welchem nur 100 Paar hergestellt wurden. Diese wurden nicht frei verkauft, sondern unter Adidas und Bape aufgeteilt. Jedes Unternehmen erhielt 50 Paar.
Zwei Jahre später feierte der Superstar seinen 35. Geburtstag. Also stampfte Adidas 2005 das Geburtstags-Pack „35th Anniversary“ aus dem Boden, welches insgesamt 35 Modelle umfasste. Darunter 7 Superstars, welche von sogenannten Konsortiumpartnern entworfen wurden. Diese waren streng limitiert und zu kaufen gab es diese Schuhe nur bei ausgewählten Händlern. Neben dieser Konsortium Serie gab es je 7 Modelle in den Expression, Music, City und Anniversary Serien.
2006 gab es wieder einen neuen modifizierten Schuh, den Superstar Skate von Mark Gonzales. Ein Superstar der durch seine Polsterung und seine doppelten Nähte im Shelltoe Bereich ideal für Skater war.

Die 2010er

In den 2010er Jahren gab es unzählige Modelle, wie z.B. den Lite, Colour Block oder den Clear. Viele Kollaborationen mit u.a. Neighborhood, Mastermind, Clot, Nigo oder Atmos folgten. Dabei gab es immer wieder Neuerungen, die aus dem Superstar einen Hingucker machten. Die Superstar x Atmos z.B. wurden mit einem Glow in the Dark Effekt produziert. Sie leuchten im Dunkeln nach. Beim Superstar Luxury wurde die Zehenkappe mit Leder überzogen. Bei der 3Way Konsortium Ausgabe konnte man die Zunge wechseln. Superstars mit einem 3M Obermaterial wurden hergestellt, welche das Licht reflektieren. Die aktuellste Neuerung aus dem Hause Adidas ist der Superstar Xeno, dieser ändert je nach Lichteinfall die Farbe.
2015 feierte der Superstar seinen 45. Geburtstag. Adidas lies daher wieder 6 der altbekannten ersten Konsortium Partner einen Superstar entwerfen. Das limitierte 10th Anniversary Consortium Pack wurde Anfang 2015 an den Mann gebracht.
Neue Modellvarianten wie der Slip-on, der Vulc Advanced, der Primeknit oder der Boost waren nun für den Superstarfan erhältlich. Man konnte sich nur noch schwer entscheiden, welchen der vielen neuen Superstars man sich zulegen sollte.
Die Geschichte geht weiter …